Sommergedanken

Wer an Urlaub im Sommer denkt, hat wahrscheinlich eine Vorstellung von lauen Abenden und entspannten Zeiten, in denen die Gedanken auch mal spaziergehen… Wir sammeln schöne Erinnerungen der letzten Tage: etwa als wir an der frischen Luft waren, uns etwas Leckeres gekocht haben mit den Einkäufen vom Markt, alles entspannter angegangen sind. Davon können wir uns inspirieren lassen, wenn wir zurück in den Alltag gehen. Was für gesunde Menschen recht einfach klingt, kann für Lupus-Betroffene bereits durch den Kraftaufwand für die Bewältigung des Alltags schnell versickern. Und schon sind die schönen Pläne dahin. Wirklich? Lesen Sie heute ein Plädoyer fürs Verfolgen eigener Interessen – wenn nicht heute, dann eben morgen.

Doch wie sage ich es ihm/ihr? Direkte Antwort: Seien Sie offen und ehrlich. Das ist entscheidend, denn behandelt man den Lupus nicht konsequent, kann er zu irreversiblen Schäden in den betroffenen Organsystemen führen. Wie Sie sich auf Arztgespräche vorbereiten können, erfahren Sie hier.Ausgelaugt. Erschöpft. Entkräftet. Es gibt so viele Möglichkeiten, um zu sagen, dass man müde ist. Was beim systemischen Lupus erythematodes mit dem Begriff „Fatigue“ beschrieben wird, geht jedoch weit darüber hinaus. Fatigue ist definiert als eine ungewöhnliche, abnormale oder extreme Ganzkörpermüdigkeit, die nicht mit Bewegung oder Aktivität zusammenhängt. Es ist ein Gefühl der völligen Erschöpfung ohne große körperliche Anstrengung, bei dem auch Schlaf nicht wirklich hilft. Davon berichten 80-90 % der Lupus-Betroffenen. Für Menschen, die mit Lupus leben, ist Fatigue oft eines der ersten und das am stärksten einschränkende Symptom. Es gibt jedoch Wege, ihr entgegenzutreten.
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Nehmen Sie mit, was Sie Gutes für sich getan haben

Die Leichtigkeit der Urlaubswochen verbindet sich mit der Erholung, die diese Zeit bringt. Beim entspannten Nachdenken tauchen Impulse auf. Vielleicht nutzen Sie die Zeit fern vom Alltag, einmal in Ruhe über Ihren ganz eigenen Lupus nachzudenken (mehr dazu hier). Vielleicht erkennen Sie, was sich Gutes aus dem Urlaub in den Alltag übertragen lässt: ohne besondere Anstrengungen, einfach in den Alltag weiterfließen lassen. So etwas wie

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Morgens oder abends die frische Luft genießen (natürlich mit Sonnenschutz, mehr dazu hier).
Vielleicht so wie beim Spaziergang im Urlaub, zurück vom Restaurant, durch die Felder...

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Sich Zeit nehmen für etwas, das ganz persönlich guttut. Vielleicht die Schnupperstunde Yoga, die ein solch befreiendes Gefühl gebracht hat, zuhause neu erleben…
Vielleicht das entspannte Schwimmen (nun nicht mehr im großen See) weiterhin genießen…

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Den Alltag ruhiger angehen lassen. Vielleicht mit demselben Gefühl wie beim Trinken der Tasse Tee, die ganz allein in der Früh im Ferienhaus so gut schmeckte...

Letztlich gibt es so vieles, was – fast nebenbei – dazu beitragen kann, den Lupus bestmöglich zu beruhigen. Und mit den Sommergedanken könnte sich die Rückkehr in den häufig kraftaufreibenden Alltag (etwas) leichter bewältigen lassen, einen Versuch ist es zumindest wert. Da kann mal ein schwieriger Tag dazwischenfunken, die Erinnerungen holen Sie sich einfach zurück, zusammen mit dem positiven Gefühl. Knüpfen Sie an den guten Erinnerungen und schönen (eventuell neuen) Gewohnheiten an.

„Mit Sommergedanken dem möglichen Herbstblues vorbeugen.“

Sich mehr um sich kümmern

Im Urlaub können Sie wirklich alles aus dem Alltag beiseiteschieben und in Ruhe entspannen und Kraft sammeln. Vielleicht möchten Sie aber auch den einen oder anderen aufkommenden Gedanken aus der Zeit vor Ihrem Urlaub zulassen und bewusst einen ausgewählten Impuls mit leichter Hand weiterdenken. So kann es dann sein, dass Sie in der Sommerzeit Pläne für Ihren Beruf schmieden. Was Sie ändern möchten, wovon Sie gerne mehr tun möchten etc. Lesen Sie hier mehr über Aspekte des Berufs und der finanziellen Förderung. Auch hier muss weiter gelten: Achten Sie auf sich. Vermeiden Sie zu viel Druck, der einen Schub fördern könnte. Es ist Ihr ganz eigener Lupus und Sie wissen am besten, was Ihnen guttut. Setzen Sie sich für sich selbst ein – und wenn es Ihnen heute nicht gutgeht, dann eben morgen.

Professionelle Hilfe zulassen

Wenn Sie Ihre Gedanken entspannt spazieren gehen lassen, kann es vielleicht sein, dass Sie über Ihre Arztgespräche nachdenken. Dann können Sie diesen Impuls locker beiseiteschieben und sich auf das Hier und Jetzt im Urlaub konzentrieren. Wenn Ihnen das Thema jedoch in der Urlaubsruhe doch gerade passt, dann werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit im Sinn haben, wie wichtig es ist, dass Sie auch hier für Ihre Interessen eintreten. Gleichzeitig empfiehlt es sich, immer wieder einmal in die Perspektive des Gegenübers zu wechseln: Denn Ihre Ärztin/Ihr Arzt kann nur so gut helfen, wie sie/er Ihre aktuelle Situation verstanden hat. Beispielsweise sind für Ärztin und Arzt gerade die unsichtbaren Lupus-Symptome wichtig, weil sie im Stillen großen Schaden für die Zukunft anrichten können - während Sie selbst durch die sichtbaren Anzeichen ganz unmittelbar und heute beeinträchtigt werden.

Es gilt daher, ob mit den Sommergedanken im Hinterkopf oder zu anderen Zeiten im Jahr: Sprechen Sie über wirklich alles mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt. Auch darüber, falls Sie einmal die Behandlung nicht so umsetzen wie ursprünglich besprochen oder Sie eine Therapie-Änderung wünschen. Verknüpfen Sie Ihre Sommergedanken mit Wissenswertem hier.
 

Die Sommergedanken sind frei.

Sammeln Sie Inspirationen – und sortieren mit leichter Hand aus, was davon Sie unnötig unter Druck setzt. Sie haben schließlich eine chronische Krankheit und müssen mit Ihren Kräften haushalten. Damit Sie möglichst lange genug Kraft für Schönes haben.

NP-DE-LPU-WCNT-220021, Jul22