Basismaßnahmen und nicht-medikamentöse Therapie

Medikamente können in die Entstehung des Lupus und die Entwicklung von Entzündungen eingreifen. Genauso bedeutend sind die nicht-medikamentösen Behandlungsformen mit den sogenannten Basismaßnahmen. Hierzu zählen Sonnenschutz, Knochenschutz, Impfschutz, physikalische Therapie und auch die Maßnahmen, die die psychologischen Aspekte mildern sollen (z.B. Entspannungs-Techniken oder auch psychologische Begleitung). Sie können die Prognose entscheidend verbessern. Optimal ist eine Kombination von Medikamenten und diesen Maßnahmen, um das oberste Behandlungsziel – die langfristige und bestmögliche Beruhigung der Krankheitsaktivität – so früh wie möglich zu erreichen. 

Therapieziele Lupuscheck

Mehr zu den Möglichkeiten der medikamentösen Lupus-Therapie lesen Sie hier.

Ansatzpunkte für eine nicht-medikamentöse Therapie

Zu den nicht-medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gehören u.a.:

 

Sonne

Sonnenschutz*

Knochen

Schutz der Knochen*

Impfung

Schutz durch Impfungen*

Stress

Prävention für Herz und Gefäße*

Stress

Physikalische Therapiemaßnahmen*

Stress

Weitere Ansatzpunkte im Alltag*

 

Teil der als Behandlungsgrundlage für alle SLE-Patienten empfohlenen Maßnahmen, die im Deutschen mit „SASKIA“ abgekürzt werden. Mehr dazu hier.

 

  • Sonnenschutz

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    Durch das UV-Licht können Hautzellen zerfallen (z. B. bei einem Sonnenbrand). Dadurch werden Zellteile freigesetzt, die einen Antikörper-Reiz hervorrufen und den Lupus aktivieren können. Sonnenschutz ist daher extrem wichtig für Menschen mit Lupus. Auch bei bedecktem Himmel, trübem Wetter und im Winter kann das UV-Licht einen Schub auslösen – und zwar nicht nur in der Haut, sondern auch in anderen Organsystemen, wie z. B. den Nieren. Es gilt: Die Haut ganzjährig vor UV-Strahlung schützen. Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor (LSF) 70 und Schutz durch Kleidung (u. a. Sonnenhut) sind angeraten.

  • Schutz der Knochen

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    Besonders durch Kortison kann die Struktur der Knochen beeinträchtigt werden und das Risiko von Knochenbrüchen steigen. Krafttraining und Ausdauersportarten wie Fahrradfahren, Schwimmen oder Wandern sind gut für die Knochengesundheit, ebenso die Aufnahme von ausreichend Vitamin D.

  • Infektionsschutz – besonders durch Impfungen

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    Beim Lupus greift das Immunsystem körpereigene Strukturen an und wird durch notwendige Medikamente zusätzlich unterdrückt. Beides schwächt das Immunsystem und daher ist das Risiko für Infektionen bei Patientinnen und Patienten mit SLE erhöht. Deshalb müssen sich Betroffene noch besser vor Infektionen schützen als gesunde Menschen. Händewaschen und, wenn Infektionen wie die Grippe die Runde machen, das Vermeiden von Menschenansammlungen gehören zur Basishygiene. Eine wichtige und zuverlässige Schutzmaßnahme sind Impfungen. Deshalb gehört zu den Basismaßnahmen beim SLE, alle nötigen Impfungen auf dem aktuellen Stand zu halten – individuell abgestimmt auf den Krankheitsverlauf und die medikamentöse Behandlung. Pneumokokken- und jährliche Grippe-Impfungen werden für alle SLE-Patientinnen und -Patienten empfohlen.1 Mehr zum Thema Impfen finden Sie hier

  • Prävention für Herz und Gefäße

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    Patientinnen und Patienten mit Lupus haben häufig ein erhöhtes Risiko für eine Arteriosklerose – eine „Verkalkung“ der Blutgefäße. Eine wichtige Ursache dafür sind neben der Entzündungsaktivität des Lupus auch die Medikamente. Besonders Kortison-Präparate erhöhen das Risiko massiv. Arteriosklerose gehört im Langzeitverlauf zu den Haupt-Todesursachen von Lupus-Erkrankten. Aus diesem Grunde stellt die Prävention (Vorbeugung) von Herz- und Gefäßerkrankungen eine wichtige Säule der Basismaßnahmen dar: Häufige Risikofaktoren, wie erhöhte Fette (z.B. Cholesterin), ein Diabetes mellitus und insbesondere Bluthochdruck, müssen auch bei jungen Patientinnen und Patienten überwacht und ggf. behandelt werden. Wegen des hohen Risikos durch das Kortison ist es so wichtig, diese Präparate zu minimieren und möglichst ganz abzusetzen (natürlich immer in Abstimmung mit Ärztin oder Arzt).

  • Physikalische Therapiemaßnahmen

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    Je nach Beschwerden kann eine physikalische Therapie mit Basismaßnahmen und mit der medikamentösen Therapie kombiniert werden:

    • Bei Gelenkschmerzen oder Gelenkschwellungen kann eine regelmäßige Krankengymnastik und bei akuter Gelenkentzündung eine Kältebehandlung sinnvoll sein.
    • Bei Muskelschmerzen oder Muskelverspannungen wird eine Beschwerdelinderung eher durch örtliche Wärmebehandlung, Elektrotherapie und Lymphdrainage erreicht.
    • Ergotherapeutische Maßnahmen fördern eine größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag.
    • Periphere Durchblutungsstörungen („Raynaud-Syndrom“), die mit Blauverfärbung der Hände und Füße einhergehen, sollten in der Regel durch lokale Wärme behandelt werden. Auch Elektrotherapiemaßnahmen und Bäder mit durchblutungsfördernden Zusätzen können sehr sinnvoll sein.
  • Therapie ohne Medikamente: die kleinen und größeren Dinge im Alltag

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    Als Patientin oder Patient können Sie selbst entscheidend dazu beitragen, die Krankheit zu beruhigen und besser mit ihr zu leben. Tipps, was sich positiv auf das Immunsystem und damit auf den Verlauf des Lupus auswirken kann, finden Sie auf dieser Website unter Empfehlungen für den Alltag.

Ihr Lupus braucht Kontrolle!
Selbst bei mildem Verlauf oder inaktiver Erkrankung: Lassen Sie sich mindestens alle 6-12 Monate auf ein unbemerktes Fortschreiten des Lupus kontrollieren. Bei aktiver Erkrankung wird Ihre Ärztin/Ihr Arzt Sie noch häufiger in die Praxis bitten.

Sie wollen mehr über das Management des systemischen Lupus erfahren?
Weiterführende Informationen zum SLE-Management finden Sie hier!

NP-DE-LPU-WCNT-210011, Jun21

  • Quellen

    [1] Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch Institut, Epidemiologisches Bulletin, August 2019, Nr. 34 https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Impfempfehlungen_node.html. Letzter Aufruf: 13.05.2020.