Sozialleistungen im Lupus-Kontext

Je nach Verlauf einer chronischen Erkrankung wie Lupus können sich Fragen zur beruflichen, sozialen und persönlichen Zukunft ergeben. Um Unsicherheiten zu klären, Sorgen zu besprechen und Rechte sowie Möglichkeiten zu prüfen, stehen versierte Ansprechpersonen beim Sozialdienst eines Krankenhauses oder in Beratungsstellen zur Verfügung. Zwei für viele Lupus-Betroffene wichtige Themen in diesem Zusammenhang sind die Frage nach der Beantragung eines Grades der Behinderung (Schwerbehindertenausweis) und – falls notwendig – die Feststellung eines Pflegegrades.
Hier erfahren Sie mehr zu den möglichen Sozialleistungen:

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Krankenhaussozialdienst

Lupus-Betroffenen, die stationär im Krankenhaus behandelt werden, steht die Beratung durch den Kliniksozialdienst offen. Die dort tätigen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter beraten individuell zu vielen Themen. Neben der Beratung kann der Krankenhaussozialdienst auch bei der Beantragung von Sozialleistungen oder Hilfen unterstützen. Häufige Gründe für Beratungen des Sozialdienstes sind:

  • Rehabilitation und Anschlussheilbehandlung (AHB)
  • Rehabilitationsleistungen
  • Krankengeld
  • Hilfsmittelversorgung
  • Beantragung Schwerbehindertenausweis/Grad der Behinderung
  • Beantragung Pflegegrad/Pflegegeld
  • Möglichkeiten ambulanter Versorgung

Beratungsstellen

Eine weitere Möglichkeit, sich ambulant und kostenlos zu Themen der Rehabilitation und Teilhabe beraten und bei der Beantragung unterstützen zu lassen, gibt es bei spezialisierten Beratungsstellen. Mit dem Bundesteilhabegesetz wurde deutschlandweit das Angebot der sogenannten Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) geschaffen. Das Angebot umfasst folgende Themen:

  • Rehabilitationsleistungen
  • Fragen zu Teilhabe im Arbeitsleben (z. B. Fragen zum Erhalt des Arbeitsplatzes)

Was eine EUTB-Beratungsstelle nicht leisten kann, sind eine Rechtsberatung oder die Begleitung im Widerspruchsverfahren

Neutral und auf Augenhöhe zu Sozialleistungen beraten werden

Eine besonders vertrauensvolle Atmosphäre wird in einer EUTB-Beratungsstelle dadurch hergestellt, dass dort viele Beraterinnen und Berater arbeiten, die selbst mit Krankheit oder Behinderung leben und damit aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen können. Zudem wird dort trägerunabhängig beraten, dies bedeutet, dass eine neutrale Beratung erwartet werden darf.

Ein EUTB-Beratungsangebot in Ihrer Nähe finden Sie hier.

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Sozialleistungen sind Ihr gutes Recht.

Mit Ihrer chronischen Erkrankung können Sie jede Unterstützung gebrauchen – auch wenn Sie sich nicht als Mensch mit Behinderung sehen. Informieren Sie sich in Ruhe, welche Möglichkeiten es gibt. Nutzen Sie die Hilfe von Profis, dafür sind sie da.

Wir bedanken uns bei Dr. Carolin Tillmann (Philipps-Universität Marburg) für die Unterstützung bei diesem Kapitel.
 

NP-DE-LPU-WCNT-210034, Dez21

Die LupusCheck-Expert*innen

Das LupusCheck Expertenteam

Dr. med. Johanna Mucke
Assistenzärztin,
Universitätsklinikum Düsseldorf

Das LupusCheck Expertenteam

Dr. med. Johannes Knitza
Assistenzarzt,
Universitätsklinikum Erlangen

Das LupusCheck Expertenteam

Dr. Carolin Tillmann
Institut für Erziehungswissenschaft
Arbeitsbereich Sozial- und
Rehabilitationspädagogik,
Philipps-Universität Marburg

Das LupusCheck Expertenteam

Dr. med. Martin Krusche
Oberarzt,
Universitätsklinikum 
Hamburg-Eppendorf
 

Das LupusCheck Expertenteam

Prof. Dr. med. Julia Weinmann-Menke
Leiterin des Schwerpunkts Nephrologie
und Nierentransplantation,
Johannes Gutenberg-Universität Mainz